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Ölbild: Bruder Nikolaus zurück vom Terminieren

An die nördliche Seite der Kapelle ließ die Familie Waldbott eine Einsiedlerklause anbauen. Auf dem Karmelenberg lebten seit dieser Zeit meist zwei, teils auch nur ein einzelner Eremit.

Die Einsiedler gehörten dem Karmeliterorden an, dem "Orden der Jungfrau vom Berge Karmel", der im 12. Jahrhundert als Eremitengemeinschaft in Palästina gegründet worden war. Die Karmeliten führten ein Leben in Armut und Einsamkeit. Ihre Hauptbeschäftigungen waren Kontemplation, Missionsarbeit und Theologie.

Zu den Aufgaben der Eremiten auf dem Karmelenberg gehörte die Unterstützung des Gemeindegeistlichen bei Gottesdiensten, das Öffnen und Verschließen der Marienkapelle, die Pflege der Eremitage und die Arbeit im Garten der Klause. Der geistliche Lebenswandel der Ordensbrüder wurde von einem besonderen Eremiten-Kommissar überprüft.

Die Eremiten erhielten Almosen von der Familie Waldbott, von der Pfarrkirche Bassenheim, von einzelnen Gläubigen sowie Vermächtnisse von Verstorbenen für das Abhalten von Messen. Im übrigen lebten sie vom sogenanten Terminieren, also dem Sammeln von Naturalien innerhalb des von der Kirchenbehörde festgelegten Sammelbezirkes. Der Bezirk umfaßte neben Bassenheim auch viele der unmittelbaren und weitergelegenen Nachbargemeinden.

Nach der Besetzung des linken Rheinufers durch das revolutionäre Frankreich wurden die Aktivitäten der Ordensbrüder durch die französische Administration eingeschränkt. Die Eremiten durften nicht mehr terminieren und Ordenskleider tragen. Sie blieben jedoch in weltlicher Kleidung auf dem Karmelenberg wohnen. Mit dem Zusammenbruch der napoleonischen Herrschaft endeten die Einschränkungen.

Nachdem 1817 sein Mitbruder verstorben war, bewohnte der Eremit Nikolaus Hoelzer aus Montabaur die Klause alleine. Bruder Nikolaus stellte die von den Franzosen demolierte Kapelle wieder her.

Das abgebildete Ölbild stellt den Bruder Nikolaus dar, wie er von einer weiten Betteltour kurz vor Erreichen seiner Klause auf dem Karmelenberg an einer Station des Kreuzweges eine Rast einlegt.

Nikolaus ist zu dieser Zeit bereits über 70 Jahre alt. Er lehnt sich erschöpft gegen einen Baum und stützt sich dabei auf seinen Wanderstab. Der Bruder hat einen weiten Weg hinter sich, und der Aufstieg hat ihn große Kraft gekostet. Zwischen seinen Beinen steht ein Korb, aus dem die Früchte seiner Bemühungen hervorschauen, ein paar Mohrrüben, die er von gütigen Spendern geschenkt bekommen hat.

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Literatur zum Thema Karmelenberg, Marienkapelle und Bruder Nikolaus:

1) Der "Karmelenberg bei Bassenheim". Sonntagsblatt für Unterhaltung und
Belehrung. Gratis-Beilage zur Mayener Volkszeitung, Nr 29: 8. Mai 1881.
2) Die Marienkapelle auf dem Karmelenberg, herausgegeben von Klaus Schäfer im
Auftrag des Förderverein Pellenz-Museum e. V., Nickenich 1985.
(nicht mehr erhältlich)
3) Die Marienkapelle auf dem Karmelenberg von 1662. Festschrift zur
Wiedereröffnung nach umfassender Sanierung durch die Gemeinde Bassenheim am
24. Mai 1998.
4) "Beschreibung des Schweins- oder Karmelenbergs zur Gemeinde Bassenheim
gehörig um das Jahr 1820". In: Familienbuch Bassenheim, herausgegeben vom
Heimatverein Bassenheim, 1988, S. 411.

 

 

 

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