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Eiszeitjäger in Bassenheim

 

   

Dem fast noch intakten Vulkankegel des Karmelenberges war an seinem nordöstlichen Rand ein "Löß-Berg" vergelagert, der Schweinskopf.

Er ist inzwischen dem Lavaabbau zum Opfer gefallen und existiert nur noch in Rudimenten.So sehr die Naturfreunde den Abbau des Schweinskopfs bedauern, so ist es doch Tatsache, daß die unter Leitung von Prof. Bosinski (Köln) durchgeführten Ausgrabungen bedeutende Funde aus der Steinzeit und der Zeit des Neandertalers zutage gefördert haben.

Nach Angaben von Prof. Bosinski hatte sich in der Kratermulde des vor 350.000 Jahren entstandenen Schweinskopfvulkans Wasser angesammelt, an dem sich Tiere und Jägergruppen aufhielten. Bei den ersten Ausgrabungen 1983/84 wurden neue und zusätzliche Informationen zur Geschichte der Zeit des Neandertalers gewonnen. Funde aus der Eiszeit vor 200.000 bis 150.000 Jahren erwiesen sich als sehr bedeutend. Außer zahlreichen Knochen von Elefanten, Nashörnern, Pferden, Hirschen, Rindern Wölfen und Rentieren werden Steinwerkzeuge und der Abfall, der bei der Herstellung entstanden war, gefunden. Die Werkzeuge sind aus Quarz und Quarzit gearbeitet, also aus Gestein, das im Bereich des Karmelenbergs nicht vorkam.

Eine zweite Fundschicht, die dicht über der Lava lag, gab Steinwerkzeuge aus Quartz frei, die aus der Zeit der Neandertaler stammen. Allein 1984 sind am Schweinskopf 482 Werkzeuge aus Stein und 1020 Knochenstücke gefunden worden. Einige gefundene Feuersteine wurden nachweislich mindestens aus 100 km Entfernung zum Schweinskopf gebracht. Holzkohlereste beweisen, daß Menschen dort Feuerstellen angelegt haben.

Dem 372,4m hohen Schlackenkegel des Karmelenbergs ist ein ganzer Komplex von Vulkanen und Krateröffnungen zuzuordnen, so der Schweinskopf. Einige sind durch den Lavaabbau nicht mehr zu erkennen. Die Gesamtsituation am Karmelenberg erinnert nach Meinung von Wissenschaftlern an den Ätna mit seinen häufig wechselnden Ausbruchstellen.

 

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