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Der
"Bassenheimer Reiter", ein Werk des berühmten Naumburger
Meisters, ist die wohl bekannteste Martinus-Darstellung des Abendlandes.
Das
in seiner Ausdrucksstärke einzigartige Standsteinrelief ist 1239
für den Westlettner des Mainzer Doms geschaffen worden. Als der
Westlettner 1683 abgerissen wurde, hat der Mainzer Domherr Casimir
Waldbott von Bassenheim das Kunstwerk nach Bassenheim bringen lassen
um es in seiner Heimatpfarrkirche, einem von ihm 1718/22 erbauten barocken
Gotteshaus, der Nachwelt zu erhalten.
Als
die Barockkirche 1899 der heutigen größeren neuromanischen
Pfarrkirche St. Martin weichen mußte, erhielt das Relief über
dem linken Seitenaltar einen würdigen Standort.
Viele
Jahrzehnte hindurch war es den Bassenheimern nicht bewußt, welches
bedeutende Kunstwerk sie mit dem Martinusrelief in ihrer Pfarrkirche
beherbergten. Erst 1935 ist das in Stein gehauene Reiterbildnis von
dem Direktor des Kölner Schnütgenmuseums, Prof. Hermann Schnitzler,
als Werk des Naumburger Meisters wiederentdeckt worden. Seitdem ist
es in der Kunstgeschichte als "Bassenheimer Reiter" bekannt.
Aus
Anlaß des 750. Geburtstags des wohl schönsten Bildwerkes
unseres Landes hat die Gemeinde 1989 einem eindrucksvollen Festakt
veranstaltet, bei dem St. Martin als der große Heilige eines
geeinten Europas herausgestellt wurde. Die Festansprache hielt der
damalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Carl-Ludwig Wagner.
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